Dieser erste evangelisch-lutherische Kirchenneubau in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung wurde nicht als zeittypische Stahl- und Beton-Architektur errichtet, sondern mit natürlichen "altbewährten" Materialien.

Eigentlich ist die Zwickauer Versöhnungskirche nur ein Dach, aber was für eines. So lassen Turm und Bau an einen Hahn mit spitzem Schnabel denken oder an einen Drachen, der kräftige Zacken auf seinem gepanzerten Rücken trägt. Oder an einen umgedrehten beschützenden Schiffsrumpf. Schon der Name der Kirche ist Programm: Der christliche Versöhnungsgedanke wurde während der friedlichen Revolution in eine neue organische Architektursprache übersetzt, in einen warmen bergenden Raum von besonderer sakraler Qualität.

Die Versöhnungskirche lässt sich mit einem umgedrehten Schiffsrumpf vergleichen. In dieses Bild passt, dass an ihrem Bau auch Schiffszimmerer beteiligt waren. Ein "sichtbares Aufsteigen und logisches Zueinanderfinden der tragenden Holzrahmen" steht, den Planern zufolge, für ein Vertrauensangebot des bergenden spitzbogigen Raums. Die Versöhnung Gottes soll im Abendmahl gegenwärtig werden, im gottesdienstlichen und gemeindlichen Leben weiterwirken und schließlich nach außen strahlen – auch und vor allem in die anonyme Umgebung der Großwohnsiedlung.

Versöhnungskirche, 08062 Zwickau-Neuplanitz, Erich-Mühsam-Str. 48

Erich-Mühsam-Str. 48, 08062 Zwickau