Feb
19
Mittwoch

dreckiger Garage-Rock

Gitarre, Bass, Drums, Vocals und Riffs – das Rezept ist alt wie der Mond, die Resultate klingen immer wieder frisch wie der erste Sonnenstrahl im Frühling. Jedenfalls in den rechten Händen. Velvet Two Stripes zum Beispiel. Derweil andere Bands das Gefühl haben, sie müssten ihrem Rock einen Hauch Computer einverleiben, um Zeitgeist zu markieren, haben Velvet Two Stripes die Gegenrichtung eingeschlagen. Sie haben das elektronische Doping ganz aus ihrer Musik verbannt und rocken nun umso härter, lauter und schöner. Zu hören auf ihrem neuen Album, „Devil Dance“. Es erscheint am 8. Februar 2019.

Sophie und Sara Diggelmann, Schwestern übrigens, lernten Franca Mock bei einem Bandworkshop im ostschweizerischen St. Gallen kennen. Damals seien sie um die zwölf Jahre alt gewesen. Seither sind rund eineinhalb Dekaden verstrichen. Während dieser Zeit haben die drei Frauen ohne Unterbrechung gemeinsam musiziert, sind in jeder Hinsicht gemeinsam erwachsen geworden. In den Anfängen versuchten sie den Indie-Sound von Jet anzupeilen, wandten sich den mitternächtlich schimmernden Synthis von The Knife zu. Aber die elektronische Klänge wollten doch nicht so ganz zu Saras Vorliebe für heftige Bluesriffs passen. Mit dem dreckigen Garage-Rock irgendwo zwischen the Cramps, The Kills und den Runaways, der aus der neuen Konstellation resultierte, hatten Velvet Two Stripes endlich so richtig ihre Stimme gefunden.

Die Kunde von den drei jungen Frauen, die rockten wie ein Vulkan, drang bald aus dem inneren Zirkel des Proberaumes hinaus. Nun war der Name Velvet Two Stripes plötzlich omnipräsent. Für die Feuilletons war die Band ein gefundenes wenn auch klischiertes Fressen: Frauen die rockten! Sie nahm es wohl nicht ganz gelassen, so doch mit ironischer Distanz und revanchierte sich mit Musik.

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